Mehrebenenbauten
Das Gelbe vom Ei?

Mancher aufgeschlossene Bauherr wird jetzt sagen: „Energie sparen und Baukostenhalbierung sind ja ein grosser Erfolg. Aber ganz das Gelbe vom Ei ist es noch nicht.
Wenn ich an früher denke: Da war Wohnen und Arbeiten unter einem Dach.
Ohne Dienstwege und in einer Wärme“. Zur Ökologie gehört ja auch der Aufwand für den Dienstweg und Heizung und Landverbrauch des Arbeitsplatzes.

Ein Haus bedeutet auch ein Einkommen. Dies soll möglichst hoch sein.
Als Miteigentümer einer Halle hat man ein Produktivkapital, das anders als Aktien nicht durch unkontrollierbare Machenschaften gefährdet ist. Arbeitslosigkeit kann man durch Selbständigkeit in der Halle begegnen. Selbstversorgung wird begünstigt.

Vergleich mit herkömmlichem Eigenheim: Die Halle bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Sie schafft  Lebenssicherheit.
Wer normaler Tätigkeit nachgeht, kann seinen Anteil vermieten. Wer selbständig sein will, besitzt bereits Räume.

Vergleich mit herkömmlicher Werktätigkeit.
Herkömmlich arbeiten Betriebe in Gebäuden, die sie bezahlen müssen.
Werktätige haben einen Dienstweg, der sie Zeit und Geld kostet.
a. Wenn das Betriebsgebäude den Werktätigen gehört, haben sie Mieteinnahmen.
b. Sie können Kosten und Zeit eines Dienstwegs sparen.
c. Familienfreundliche Effizienz: Wohnbereiche können als Büro genutzt werden, ohne persönliche Kontakte auf das Internet zu beschränken.
Sollte ein Betrieb in die roten Zahlen geraten, können die Werktätigen ihn durch zeitweisen Verzicht sanieren.
Wo dies nicht geht, können sie ihre Halle mit eigener Tätigkeit füllen.

Wenn herkömmlich ein Betrieb schliesst, können die Werktätigen das Gebäude nicht nutzen.
Es kann brach liegen und verkommen.


Fig. 20. Spezielle Häuser: Mehrebenenbauten.
a. Mit geringem Mehraufwand kann man Häuser aufstelzen. Die Betonbauweise ermöglicht sturmsicheres Bauen.
b. Überbaut man die Hauszwischenräume, erhält man eine verkehrsfreie Oberebene und eine Unterebene.
c, d : Füllt man Hausabstände mit eingehängten weiteren Häusern, erhält man Reihenhausanlagen. Erschliesst man diese in der oberen Ebene, erhält man eine getrennte Unterebene U1: Es entsteht ein Zweiebenenbau.
Unter Geschossbauten kann man ebenfalls Unterebenen schaffen. Grosse Spannweiten durch schräge Zug- Druckelemente.

Die Bauweise schafft Verdichtung ohne Enge. Sie erhöht die Effizienz des Grundstücks, schützt zusätzlich aber auch vor Hochwasser. Gewerbehallen sind leichter als Wohnbauten vor mittlerem Hochwasser zu schützen und bei Jahrhundertereignissen zu evakuieren. Bei chemisch belasteten Grundstücken oder bei Permafrostböden, die durch Klimawandel gefährdet sind, gründet man auf Rammpfähle.
Individuelles Wachsen von Siedlungen ist auch hier machbar.



Fig. 21. Vorbemessung: Kleiner Zweiebenenbau.

Belastetes Grundstück. (sonst Tiefgarage )
Baurechtliche Grundlagen: Bayerische Bauordnung.
Bei Grossprojekten kann man Blöcke bauen, deren Ebenen durch horizontale Strassen verbunden sind. Wichtig ist aber auch die Mindestgrösse.
Z.B. können auf einem 3050 m^2 grossen Grundstück zwei je 40m lange RH-Zeilen und ein 1830 m^2 grosser Unterraum gebaut werden. Die Erschliessung geschieht über eine Rampe mit Bürgersteig 1, sowie ein Sicherheitstreppenhaus 2.

Zukunftstechnik wird Raum zur Lagerung von Biomasse für den Winter brauchen und auf dem Dach Anlagen installieren. Statisch wird man entsprechende Tragfähigkeit vorsehen.

Fig. 22. Dreiebenenbau
A: Eine dritte Ebene U2: Grossteile 1 bestehend aus Betonfachwerken und Haustrennwänden werden in einem Stück gegossen und aufgerichtet. B: Dazwischen richtet man Gestelle 4 auf, die mit Wandstücken 2 verbunden sind. Die Grossteile werden senkrecht angehoben und auf die Wände 2 aufgelegt. Es entsteht ein weiterer Unterraum U2. Man Kann die Unterräume U1 und U2 durch Elastomerlager trennen. Gelenke und Wölbkrafttorsion schützen vor Zwängungen durch Fundamentsetzung. Die hier angedeutete Halle ist 100 m breit. (Fluchtwege)



Der Dreiebenenbau ist so preiswert, dass sich die Überbauung bereits genutzter Grundstücke lohnt.
(z.B. Rangierbahnhöfe und sonstige Gewerbegelände)
U1 bildet dabei eine Pufferebene, die zum Einflussbereich der Wohnebene gehört.
C: Eine angrenzende Verkehrsstrasse kann man in U2 umlenken. Mit Geschossbauten als Randbebauung entsteht eine urbane verkehrsberuhigte Zone.
D: In Gebieten niedriger Bebauung kann man durch terrassenartiges Höhenwachstum den Eindruck eines bebauten Hügels erreichen.


Vorbemessung.
Brandwände. Die Vereinfachungen für „niedrige Gebäude“ entfallen. Es handelt sich um Gebäude im Wohneigentumsrecht. Hier schreibt die BayBO im Abstand von max. 40m Brandwände vor.
Sie reichen vom Fundament bis zum Dach und wirken nicht als Balken. Die Grösse der Einzelteile kann daher der Stärke des Mani angepasst werden.
Für die Bemessung der Trennwände gelten damit für die Statik DIN 1045; für Brandschutz DIN 4102-4: F90A; Schallschutz DIN 4109, also annähernd wie bei RH.
Sollten für Unterraum und Wohnebene unterschiedliche Brandabschnitte nötig sein, können Leichtbau-Brandwände eingerichtet werden.(z.B. Fa Knauf)

Die Punktlagerung ermöglicht Nachjustierungen. Bauabschnittweise werden die eingehängten Zwischenbauten so gestaltet, dass sie geringe einseitige Anhebung vertragen.